Erfindungen des 19. Jahrhunderts
 FORTSETZUNG: Die Entwicklung der Fotografie
1829 schloss Nièpce einen Gesellschaftsvertrag zur Verwertung der Fotografie mit dem Theatermaler und erfolgreichen Geschäftsmann Louis Jaques Mandè Daguerre (1789-1851), der auch Inhaber eines Diorahma war.
Auch nach dem Tod von Joseph-Nicèphore Nièpce suchte Daguerre nach Lösungen. 1837 gelang es ihm, ein latentes, noch nicht sichtbares Bild auf einer Jodsilberplatte mit giftigen Quecksilberdämpfen zu entwickeln. Seine Bilder fixierte er anfangs mit Kochsalzlösung, später mit Natriumsulfat. Die Belichtungszeit dauerte nur noch Minuten. Jede Aufnahme war ein seitenverkehrtes Unikat. Dennoch war das erste brauchbare fotografische Verfahren, die Daguerreotypie, entstanden und fand nach der Publizierung der Details 1939 rasch Nachahmung und breites Interesse in der Öffentlichkeit. Damit gilt Daguerre als Erfinder der Fotografie, wobei er auf die Arbeiten von Nièpce und anderen aufbaute.
Daguerre baute mit seinem Schwager Alphonse Girox auch die erste serienmäßig hergestellte Kamera.

In England arbeitete William Henry Fox Talbot (1800-1877) seit 1834 daran, sensibilisiertes Papier zu belichten.
Talbot entwickelte ein Negativ-Positiv-Verfahren, mit dem erstmals die Herstellung von Kopien möglich wurde. Anfangs tränkte er Papier mit Silbernitrat und einem Salz und legte Gegenstände u.a. Pflanzenblätter darauf. In der Sonne färbte sich dort, wo das Papier nicht bedeckt war, das Papier braun. Das Papier fixierte er, um es dauerhaft zu machen, anschließend in einer Kochsalzlösung. Die ersten dieser Negative entstanden 1935. Für seine weiteren fotografischen Versuche verwendete Talbot Geräte nach dem Vorbild der "Camera obscura", oft von nur 8 cm Größe, die deshalb auch "mouse traps" (Mausefallen) genannt wurden. 1840 war das von ihm verwendete Fotopapier so sensibel, das nur noch Sekunden zur Belichtung erforderlich waren. Das Papier wurde in einer Gallussäure-Silbernitratlösung entwickelt. Das so entstandene Papiernegativ machte Talbot mit Bienenwachs transparent, legte es auf einen Bogen Salzpapier und erhielt so eine Kontaktkopie, ein Positiv. Talbot nannte sein Verfahren Kalotypie, seltener auch Talbotypie genannt. Der Vorteil dieses Verfahrens bestand darin, daß das Negativ beliebig oft vervielfältigt werden konnte.

 
 
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