Erfindungen des 19. Jahrhunderts
 FORTSETZUNG: Die Entwicklung der Fotografie
1844 erschien, herausgegeben von Talbot, das erste mit Fotos illustrierte Buch in einer Auflage von 150 Exemplaren: "The Pencil of Nature". Die 24 Fotografien wurden in die Bücher eingeklebt.
Die ersten Fotos in Zeitungen wurden 1880 im New Yorker "Daily Graphic" und in Deutschland 1883 in der Leipziger "Illustrierte Zeitung" veröffentlicht.

Fotografie erlangte inzwischen auch das breite Interesse der Öffentlichkeit. Fotoateliers entstanden 1840 in Amerika, kurz darauf auch in London, Paris, Berlin, Hamburg und Wien. Mit der Anwendung der Fotografie gingen auch ständig technische Verbesserungen einher.
1840 entwickelte Josef Petzval ein Linsensystem, das von Friedrich Voigtländer gebaut wurde, und mit dem sich die Belichtungszeiten bis auf 15 Sekunden reduzieren ließen.

Ab 1851 gelangte das Kollodium-Verfahren zu herausragender Bedeutung. Zeitgleich und unabhängig hatten mehrere Personen an dieser Entwicklung gearbeitet, schließlich setzte sich das Verfahren von Frederick Scott Archer durch: Eine noch nicht trockene, jod-, und bromhaltige Kollodiumschicht, auf einer Glasplatte wird unmittelbar vor dem Fotografieren in einer Silbernitratlösung sensibilisiert und dann sofort belichtet und entwickelt. Dieses Verfahren war deutlich aufwendiger als die bisherigen, Fotografen mussten ständig eine Dunkelkammerausrüstung mitführen, doch es gab einen entscheidenden Vorteil: einer wesentlich höheren Empfindlichkeit, so das Momentaufnahmen in weniger als 1 Sekunde möglich wurden.
Das erste Teleobjektiv wurde vom italienischen Ingenieur Ignazio Porro 1851 entwickelt. Entfernte Objekte, z.B. den Mond, fotografierte man zuvor durch Fernrohre.
Auf besonders empfindlichem Chlorsilberpapier gelangen dem deutschen Chemiker Wilhelm Zenker 1856 erstmals farbige Fotografien.
1877 gelangen Eadweard Muybridge die ersten Reihenaufnahmen von bewegten Motiven. Ab 1879 erfolgte die industrielle Produktion von Bromsilber-Gelantineplatten.
Weiterentwicklungen waren auch bei der besseren Grautonwiedergabe der Aufnahmematerialien erfolgt, es wurden immer leistungsfähigere Objektive und Kameraverschlüssen entwickelt.

1887 erfand Hannibal Goodwin (amerikanischer Geistlicher und Amateurfotograf) den biegsamen Rollfilm aus Zelluloid. So konnten mehrere Aufnahmen hintereinander fotografiert werden. Hieran anknüpfend gelang es dem Amerikaner George Eastman, die Fotografie derart zu vereinfachen, dass es jedermann mit einem Knopfdruck möglich wurde, zu fotografieren. Er präsentierte 1888 die für damalige Zeit leichte und preiswerte Kodak Nr. 1. Eastman war auch der Erste, der einen Fotoservice einführte: "You press the Button. We do the rest." Bei jedem verkauften Film waren Entwicklung und Herstellung von Abzügen inbegriffen, ein Postversand wurde angeboten.

 
 
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